Dorfschule, Tschernobyl.

Und noch ein kleiner Nachtrag…
Am letzen Tag unserer viertägigen Tour durch Tschernobyl sind wir noch in den umliegenden Dörfern unterwegs gewesen und haben dort noch eine alte Dorfschule aufgesucht. Die Schule war in verschiedenenen Themenbereiche aufgeteilt und es war doch etwas seltsam anzusehen, wie in der damaligen UDSSR die Sicht auf Länder wie Deutschland oder Großbritannien gewesen ist. Man konnte das noch gut an vorhandenen Unterrichts- und Propagandamaterial erkennen.
Nach dem Besuch in der Schule sind wir noch ein wenig durch die Dörfer gefahren und haben dort auch noch eine „Babuschka“ besucht. Der Besuch war nochmal ein schöner Abschluss unserer Tour, aber auch ein sehr nachdenklicher zugleich.

Weitere Bilder von der Dorfschule und den Dörfern findet ihr hier… Dorfschule

Weitere Bilder aus Tschernobyl gibt es hier… Ukraine, Tschernobyl.

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Prypjat, Tschernobyl.

Seit gut 5 Jahren war ich am überlegen ob ich diese Tour machen soll oder nicht. Bei den ganzen Überlegungen blieb zum Schluß nur noch meine Flugangst übrig, die mich eigentlich die letzten zwei Jahre davon abgehalten hat. Nach ewigen hin und her ging es letztendlich doch im April in die Ukraine um Tschernoby zu besuchen. Wir waren 4 Tage in der Sperrzone unterwegs, davon die ersten 3 Tage in Prypjat und am letzten Tag sind wir noch die die verlassenen Dörfer gefahren.
Die Stadt Prypjat wurde 1970 gegründet und sollte als Wohnort für die Arbeiter das Kernkraftwerks Tschernobyl dienen. Knapp 50000 Menschen lebten vor der nuklearen Katastrophe im Jahre 1986 dort. Die Stadt wirkt nicht nur wie eine Geisterstadt, sie ist eine. Mittlerweile 33 Jahre verlassen, Plünderer haben alles geklaut was nicht niet und nagelfest ist und die Natur holt sich alles wieder zurück. Auf dem früheren Festplatz von Prypjat steht noch das Riesenrad, ein Karussell und Auto-Scooter. Drei Tage vor Eröffnung war die Katastrophe…
Seit Juli 2011 ist das Gebiet in Tschernobyl endgültig für den Tourismus geöffnet.

Es sind etwas über 250 Bilder aus Prypjat geworden, eine kleine Auswahl davon findet ihr hier… Prypjat

Weitere Bilder aus Tschernobyl gibt es hier… Ukraine, Tschernobyl.

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Jupiter Factory – Prypjat, Tschernobyl.

Vor der Katastrophe wurden in der Jupiter Fabrik elektrische Komponenten hergestellt, die damals hauptsächlich für Tonbandgeräte verwendet wurden. Nach der Katastrophe im Jahr 1986 befanden sich in der Fabrik Radiologielabors, in denen Dekontaminationsverfahren und Dosimetriegeräte getestet wurden. Die Laboratorien waren bis 1996 in Betrieb, dann wurde die Fabrik endgültig aufgegeben.

Ein paar Bilder gibt es wie immer hier… Jupiter Factory

Weitere Bilder aus Tschernobyl gibt es hier… Ukraine, Tschernobyl.

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Kraftwerk – Tschernobyl.

Flug mit der Drohne um einen der alten Kühltürme in Tschernobyl.
Im Hintergrund zu sehen das Kraftwerk mit dem Sarkophag um den Reaktor 4, und davor den Rohbau der Reaktoren 5 und 6.
Trotz des Super Gaus im Jahre 1986 wurde noch weiter an den Blöcken gebaut, doch Anfang 1988 wurden die Arbeiten dort aufgrund der hohen Radioaktivität eingestellt.
Kaum vorstellbar, das damals die UDSSR weiter an dem Bau festhalten wollte. Die Ukraine als Nachfolgestaat beendete letztendlich diese Illusion.
In einem der Kühlturme befindet sich ein Graffiti von dem australischen Künstler Guido van Helton. Dieses wurde 2016 zum 30.Jahrestag der Katastrophe vom ihm dort angebracht.

Ein paar Bilder gibt es wie immer hier… Kraftwerk

Weitere Bilder aus Tschernobyl gibt es hier… Ukraine, Tschernobyl.

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Duga – Prypjat, Tschernobyl.

Während meiner viertätigen Reise rund um Tschernobyl habe ich auch die DUGA Radarstation besucht. Die Anlage besteht aus zwei Einzelanlagen, dutzenden Großantennen und befindet sich in der unmittelbaren Nähe des ehemaligen Kernkraftwerks Tschernobyl und ist über 100m hoch und 700m breit. Mit den Antennen sollte ein möglicher Start von Raketen im europäischen und amerikanischen Raum frühzeitig erkannt werden.Das Überhorizontradar wird auch „Woodpecker“ genannt, da die erzeugten Geräusche an die eines Spechtes erinnern.
Auf dem Gelände gibt es neben den Wohnhäusern für die Arbeiter der Anlage auch ein eigenes Krankenhaus, eine Feuerwehr, ein Heizkraftwerk, natürlich das Konrollzentrum und wie fast überall eine Menge an Propaganda. Eine sehr beeindruckende Anlage!

Ein paar Bilder von der Anlage gibt es wie immer hier… DUGA

Weitere Bilder aus Tschernobyl gibt es hier… Ukraine, Tschernobyl.

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sunken ships – Prypjat, Tschernobyl.

In einer Seitenbucht vom Prypjat liegen die verlassenen Schiffe und rotten seit über 30 Jahren vor sich hin. Mittlerweile wurden die aber schon arg von Metalldieben zerlegt und nur noch die Silhouetten sind noch übrig. Leider konnten wir nicht direkt zu den Schiffen hinfahren, aber die letzten 600m von der Straße aus bin ich mit der Drohne hingeflogen (ich hatte für die vier Tage in der Sperrzone eine Lizenz zum Drohne fliegen bekommen) und konnte so noch ein paar Aufnahmen in der Abendsonne machen.
Die letzten drei Bilder sind von einem Hausboot das direkt im Flusshafen von Prypjat liegt.

Bilder von den Schiffen gibt es hier… ships

Weitere Bilder aus Tschernobyl gibt es hier… Ukraine, Tschernobyl.

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Teufelsberg

Da ich das Wochenende in Berlin gewesen bin, ging es auch kurz zum Teufelsberg rauf. Leider kommt man immer noch nicht beim Hauptgebäude auf die Aussichtsplattform rauf, was gerade bei der Sicht die wir hatten echt schade war.
Der Teufelsberg ist ein künstlich angelegter Trümmerberg. In den 1940er Jahren stand dort der Rohbau der Wehrtechnischen Fakultät, die im Rahmen des nationalsozialistischen Projektes der Welthauptstadt Germania gebaut werden sollte. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage gesprengt, teilweise abgerissen und als Baumaterial genutzt. Die verbleibenden Gebäudereste wurden ab 1950 mit Trümmerschutt aufgefüllt. Auch die Amerikaner erkennen schnell die Nutzungsmöglichkeiten des Schuttberges. Für Spionage und Abhörzwecke werden ab den 50er Jahren Antennen und Radarkuppeln auf den zwei Hügeln aufgestellt. Mit den Satellitenschüsseln werden Funksignale des Ostblocks eingefangen, abgehört und gestört. Die Field Station der amerikanischen Besatzer ist bis zum Ende des Kalten Krieges 1989 in Benutzung. Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Abzug der Alliierten dient die Anlage für die Luftüberwachung des Flugverkehrs.
Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden die elektronischen Einrichtungen der Anlage entfernt, da sie nach dem Ende des Kalten Krieges nutzlos geworden waren. 1991 zogen Amerikaner und Briten ab. Die Gebäude blieben stehen bzw. wurden sogar erneuert und neue Radaranlagen installiert, denn sie konnten bis 1999 zur zivilen Luftüberwachung des Flugverkehrs genutzt werden.
Zur Zeit ist das Gelände verpachtet und es wird versucht das Gelände zu sanieren, während sich die Politik über den Erhalt oder den Abriss der Anlage streiten.

Weitere Bilder gibt es hier… Teufelsberg

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Schlägel & Eisen

Die alte Bergarbeitersiedlung in Gladbeck „Schlägel & Eisen“ wird nun doch abgerissen und auf dem Gelände sollen ein Seniorenheim und Wohnhäuser gebaut werden.
Die Zeche wurde bereits in den 1960er Jahren stillgelegt und seit vielen Jahren stehen auch die Wohnungen leer. Fensterscheiben sind zerbrochen oder gar nicht mehr vorhanden, die Rolläden herausgerissen, von innen zugemüllt und zerstört, die Dächer von Bäumen bewachsen und zum Teil fehlen auch die Dachziegel. Investoren haben die Siedlung verfallen lassen (wie es halt sehr oft ist) und jetzt ist nur noch ein Abriss möglich. Sehr schade darum, denn mit dem Abriss geht natürlich wieder ein kleines Stück Geschichte dahin…

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Lungenheilstätte

Die Heilstätte ist eine ehemalige Lungenheilstätte und wurde 1896 vom Deutschen Roten Kreuz gegründet, zwischen 1945 und 1995 durch die Rote Armee als sowjetisches Militärlazarett genutzt und danach sich selbst überlassen. Nur wenige Gebäude werden heute genutzt und der Großteil ist verfallen und durch Vandalismus zerstört.
Viel zum fotografieren gibt es dort nicht mehr, aber ein paar ganz nette Graffiti kann man dort noch sehen. 2011 wurde auf dem Gelände ein Kunst und Musik-Festival – die „Artbase 2011“ – veranstaltet…

Weitere Bilder gibt es hier… Lungenheilstätte

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Conti – Gebäude Nr.10

Nun hat es auch das letzte (nicht denkmalgeschützte) Gebäude auf dem alten Contigelände erwischt. Ein Greifbagger hat mit dem Abriss der Nr.10 begonnen, welches in Richtung des Wasserturms gestanden hat. Die übrigen Ruinen sollen vorerst erhalten bleiben. Ich hatte das gar nicht mitbekommen und eher zufällig heute morgen bei der Runde mit der Krawallbude gesehen.

Weitere Bilder von dem Gelände gibt es wie immer hier… Conti Limmer

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